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Die Geschichte von Fügen: Wie Fügen das wurde, was es im Heute ist!

Was ist das eigentlich, diese Geschichte? Eigentlich ganz einfach und doch sehr verzwickt: Die Geschichte besteht aus Geschichten und Erzählungen. Irgendwann hat man sich darauf geeinigt, bestimmte Geschichten aus einer ganz bestimmten Perspektive zu erzählen. Auf diese Geschichte können sich meist sehr viele Menschen einigen. Damit lässt sich aus vergangenen Erzählungen und Geschichten eine Gegenwart ableiten. Anders gesagt: Wer die Gegenwart eines Ortes, einer Gemeinde oder eine Stadt verstehen möchte, der muss wissen, welche Geschichte sie hat und auf welche Ereignisse sie zurückgreift und worauf sie sich beruft.

Machen wir die Probe aufs Exempel und schauen uns Fügen im Zillertal an. Beginnen wir zuerst einmal mit den unverfänglichen Zahlen und Fakten, die gut dazu geeignet sind, die reale Gegenwart der Gemeinde im Hier und Jetzt zu beschreiben.

Mit 1. Jänner 2016 hatte Fügen 4029 Einwohner und ist somit die größte Gemeinde des Zillertals. Dass Fügen damit als Hauptort des vorderen Zillertals gilt, liegt auf der Hand. Wirtschaftlich geht es in dieser Gemeinde rund, der Mix ist bunt: Handel, Gewerbe, Tradition, Industrie und nicht zuletzt natürlich Tourismus. Zweifellos lässt sich sagen, dass es dieser Gemeinde gut geht.

Jetzt könnte man sich damit begnügen, den blühenden Zustand der Gemeinde in der Gegenwart zu konstatieren. Darüber zu schreiben, dass die Gemeinde außerdem ein beliebter Urlaubsort für Menschen von nah und fern ist und dass sowohl in Sachen Skifahren als auch in Sachen Wandern hier so einiges geboten wird.

Fügen früher

Fügen im Zillertal Damals und Heute!

Interessant ist es aber auch, vor allem in obigem Kontext, sich anzuschauen, wie Fügen zu dem wurde, was es im Heute ist. Gelinde gesagt lässt sich ohne Übertreibung behaupten, dass die Geschichte von Fügen weit zurückreicht. 1982 wurde durch entdeckte Urnengräber belegt, dass es eine frühe Besiedelung schon während der Bronzezeit gab. Das ist in etwa der Zeitraum von 2200 bis 800 vor Christus, also tatsächlich schon eine ganz Weile her.

Finsing, heute in etwa das Gebiet Kleinboden am Finsingbach, wurde bereits im Jahre 927 als „Funzina“ urkundlich erwähnt. Bei Fügen dauerte es ein wenig länger, aber auch hier war es im 12. Jahrhundert so weit.

Kirche Fügen

Die Geschichte von Fügen ist aber auch eine Geschichte des Widerstandes. Die große Not des Dreißigjährigen Krieges führte immerhin dazu, dass sich am 19. Mai 1645 die Fügener Bauern gegen ihren Landesfürsten erhoben.

Ab dem 15. Jahrhundert ging es dann in Sachen Industrie steil bergauf. Ab diesem Zeitraum galt Fügen als das industrielle Zentrum des Zillertals. In Fügen wurden Kanonenkugeln, Harnischbleche und Eisenbleche erzeugt.

Was sagt uns also diese offizielle Geschichtsschreibung? Möglicherweise, dass Fügen stolz auf zwei Aspekte der eigenen Geschichte und Geschichtsschreibung ist: auf die Geschichte des Widerstandes gegen Obrigkeiten und auf die Geschichte des industriellen Aufstieges.

Was sagt uns das im Heute? Unter Umständen, dass sich Fügen auch im Hier und Jetzt noch als eine Gemeinde definiert, die ihre eigene Identität verteidigt und erhalten möchte. Möglicherweise würde es zu keinem Bauernaufstand mehr kommen. Ganz sicher ist Fügen aber stolz auf seine Geschichte und seine wirtschaftliche Bedeutung in der Vergangenheit und in der Gegenwart. Zu Recht.

Fügen heute

Fotos: Wörgötter & Friends und TVB



Quelle: blog.best-of-zillertal.at/geschichte-fuegen-im-zillertal/

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