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Meisterwurz - Wunderpflanze der Alpen

Die Meisterwurz, Königin aller Heilwurzeln, ist kräftig, aromatisch und typisch fürs Zillertal. Wenn’s irgendwo zwickt oder drückt, gibt es kaum ein wirkungsvolleres Mittel aus der Natur-Apotheke.

Sie heilt, sie pflegt. Seit Anbeginn der Zeit kümmert sich Mutter Natur um unser Wohlbefinden… oben in den Bergen des Zillertals, in einer Höhe zwischen 1.500 und 2.000 Metern, lässt sie eine ihrer wirkungsvollsten Kräuter gedeihen: die berühmte Meisterwurz. Bekannt ist die Heilkraft des alpinen Doldenblütlers bereits seit Jahrhunderten. Der Mönch Odo Magdunensis beschrieb im Werk „Macer floridus“ im 10. Jahrhundert eine Pflanze gegen Leber- und Steinkrankheit sowie Aussatz, die der Meisterwurz entsprechen dürfte. Der Botaniker und Naturforscher Lonicerus empfahl sie im 16. Jahrhundert gegen Fieber, als Hustenlöser, zur Entwässerung, als Schweißtreiber sowie gegen Nieren- und Harnsteine. Bis heute hat sich die meisterliche Wurz im Alpenraum ihren Platz in den vielen Kräuterbüchern gesichert – ganz besonders im Zillertal.

DATEN & FAKTEN ZUM KRAFT-KRAUT
  • Wuchshöhe: 30 bis 100 cm
  • große, flache bis zu 50-strahlige Blütendolden
  • stark würziger Geruch nach Karotten und Sellerie
  • Inhaltsstoffe: ätherisches Öl (0,2–1,4 %) mit sehr hohem Anteil an Terpenen, Bitterstoffe (Osthin, Peucerin), Furanocumarine (Imperatorin, Peucedanin, Isoimperatorin), Gerbstoffe, Harze, Flavonoide

Das Geheimnis unter der Erde

Hier ist sie auf Gebirgswiesen zu finden, an steilen Hängen und an Bachufern, wo die Pflanze sich bis zu einem Meter hoch der frischen Bergluft entgegenreckt, die weißen Blüten vom Sommerwind sanft hin und her geschaukelt. Doch nicht nur in dieser Blütenpracht schlummert das große und uralte Geheimnis der Meisterwurz – ihre höchst wertvollen Inhaltsstoffe finden sich auch in den Blättern, im Stengel und – ganz besonders – auch in den Wurzeln.

Nach der Ernte wird die Meisterwurz gewaschen, geschnitten und an einem warmen und schattigen Ort getrocknet. Später können die pikant duftenden Pflanzenteile zu den verschiedensten Produkten verarbeitet werden. Am bekanntesten ist sicher der Meisterwurzschnaps. Nach einem üppigen Essen sorgt das Kraut, das bitter und leicht scharf schmeckt, für Linderung im geplagten Magen. Ein Stamperl aktiviert den gesamten Stoffwechsel, kurbelt die Motorik der Verdauung an und sorgt dafür, dass mehr Galle und Pankreassaft produziert werden. So verschwinden Völlegefühl, Druck oder sogar Schmerzen im Oberbauch.

Hilfe für Körper und Seele

Doch die Meisterwurz kann noch viel mehr. Zu Pulver gemahlen, ergibt sie ein schmackhaftes Gewürz in der Küche oder kann gezielt zur Stärkung des Immunsystems eingesetzt werden. Als Mengenrichtlinie gilt grundsätzlich ein halber bis ein Teelöffel pro Tag, natürlich immer individuell abgestimmt. Zusätzlich lassen sich Tees gegen Verdauungsbeschwerden herstellen, konzentrierte Tinkturen (z. B. gegen Zahnfleischbluten) oder schleimlösende Dampfbäder, für die man fein geschnittene Pflanzenstücke in eine Schüssel gibt, mit kochendem Wasser übergießt und den heißen Dampf – beispielsweise bei einer Bronchitis – inhaliert. Die Meisterwurz hilft hin und wieder sogar Tieren: So flößt man unruhigen Kühen oder Pferden schon einmal den Pflanzensud ein, um ihr Wohlbefinden wiederherzustellen. Und auch im hiesigen Brauchtum ist die Heilpflanze verankert. Getrocknete Meisterwurz wird im Alpenraum beim traditionellen Ausräuchern der Stuben und Ställe verwendet.

Noch ein Tipp für Sammler: Da die Meisterwurz leicht mit anderen Doldenblütlern verwechselt werden kann – unter anderem mit dem hochgiftigen Schierling, sollte sie nur gesammelt werden, wenn man sich mit der Bestimmung absolut sicher ist!

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