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  • Auf den Spuren von
    Stille Nacht, Heilige Nacht

    1819 im Zillertal gesungen,
    ging das Lied von hier um die ganze Welt.

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Stille Nacht, Heilige Nacht

Ein Lied erobert vom Zillertal die ganze Welt!

Alljährlich stimmen Menschen auf der ganzen Welt in den berührenden Weihnachtsklassiker "Stille Nacht, Heilige Nacht" ein. Ohne kräftige Mithilfe von Zillertaler Sängerfamilien hätte die Geschichte des wohl bekanntesten Liedes der Welt "Stille Nacht, heilige Nacht" aber einen ganz anderen Verlauf genommen.

Im Jahr 1819 fuhr der damals weithin bekannte Zillertaler Orgelbauer Karl Mauracher nach Oberndorf bei Salzburg, wo eine Reparatur anstand. Dabei stieß er auf den Text und die Noten des Weihnachtsliedes "Stille Nacht, heilige Nacht" von Joseph Mohr und Franz Xaver Gruber und nahm eine Abschrift davon mit nach Fügen. Nachdem er das Lied mit dem Kirchenchor einstudiert und aufgeführt hatte, übernahmen es Anfange des 19. Jahrhunderts die Zillertaler Sängerdynastien Rainer und Strasser in ihr musikalisches Repertoire und trugen es vom Zillertal aus nach Europa und in die Welt. Sie traten in bunter Tracht gekleidet von Paris über London und St. Petersburg auf Plätzen und Bühnen der Welt auf und sangen Tiroler Lieder.

Wissenswertes
  • Uraufführung 1818 in Oberndorf bei Salzburg.
  • Text: Joseph Mohr, Gitarrenbegleitung Franz Xaver Gruber
  • Die erste Aufführung außerhalb Salzburgs fand 1819 in der Pfarrkirche Fügen statt.
  • Zillertaler Gesangsfamilien trugen das Lied von Fügen aus in die Welt. Die bekanntesten waren die Familien Rainer und Strasser.
  • Ursprünglich gab es sechs Strophen statt der heute gängigen drei. Diese Originalversion wird noch heute bei der Christmette in Fügen gesungen.
  • Heute wird "Stille Nacht, heilige Nacht" in hunderten Sprachen gesungen, inklusive afrikanischem Dialekt.
  • Ein alter Zillertaler Brauch - das Lied ist speziell für Weihnachten und darf deshalb erst ab dem Heiligen Abend erklingen.

Die „Stille Nacht“-Orte in Tirol

Über einen Tiroler Orgelbauer gelangte „Stille Nacht! Heilige Nacht!“ von Oberndorf bei Salzburg nach Fügen im Zillertal. Und von Tirol aus eroberte es die ganze Welt: Die Geschwister Strasser aus Hippach und die Rainer Sänger machten als Tiroler Natur- und Nationalsänger das Lied in Europa, Russland und den USA bekannt.

Fügen: Heimat von Orgelbauer Carl Mauracher und der Ur-Rainer-Sänger

Aus Fügen stammte der Orgelbauer Carl Mauracher, der aus Oberndorf den Auftrag erhielt, die Orgel der St. Nikola-Kirche zu reparieren. Hier lernte er auch Franz Xaver Gruber und das Lied „Stille Nacht! Heilige Nacht!“ kennen und brachte es mit in seine Heimat.

Fügen war auch die Heimat der Geschwister Rainer, die als Mitbegründer der Tiroler Natur- und Nationalsängertradition gelten. Ein Schlüsselereignis für deren grandiosen Erfolg war ein kleines Hauskonzert, das die Rainers 1822 gaben: In diesem Jahr empfing der k.u.k. Major und Kämmerer Graf Ludwig von Dönhoff (1769–1838) auf Schloss Fügen Kaiser Franz I. von Österreich und Zar Alexander I. von Russland: Um die Gäste zu unterhalten, wurde für einen Abend ein Auftritt der Geschwister Maria, Felix, Franz und Joseph Rainer organisiert. Die prominenten Gäste waren von deren Gesang und Darbietung derart begeistert, dass der Zar sogar eine Einladung nach Russland aussprach. Fortan begaben sich die Geschwister – später bekannt als Ur-Rainer – auf Konzertreise. Auf Empfehlung traten sie von 1824 bis 1839 in zahlreichen Städten Europas und an den edelsten Fürstenhöfen, unter anderem auch vor dem englischen König Georg IV., auf. Heute ist Fügen mit über 4.000 Einwohnern die größte Gemeinde im Zillertal.

"Stille Nacht! Heilige Nacht!“ heute hier erleben:

  • Am Friedhof der Pfarrkirche in Fügen findet man ein Denkmal der Ur-Rainer-Sänger und die Grabstätte der Familie Dönhoff ebenso wie die Grabtafel von Carl Mauracher. Eine Gedenktafel erinnert an den Besuch von Zar Alexander I. von Russland und Kaiser Franz I. von Österreich in Fügen.
  • Im Heimatmuseum in der Widumspfiste ist dem Lied „Stille Nacht! Heilige Nacht!“ ein eigener Bereich gewidmet: Hier findet sich die weltweit größte bekannte Stille-Nacht-Schallplattensammlung. Zahlreiche Platten können angehört werden. Außerdem erfährt der Besucher spannende Details über die Tiroler Nationalsänger aus dem Zillertal und den Orgelbauer Carl Mauracher, über altes Handwerk und den Bergbau in Fügen. Zu sehen ist außerdem eine Volkszither aus dem 19. Jahrhundert: Die Zither hatte sich mit den Nationalsängern neben der Gitarre zum prototypischen alpenländischen Instrument entwickelt.
  • Die Kultureinrichtung SteudlTENN führt zu mehreren Terminen ein Adventstück mit Liedern und Geschichten rund um die Stille Nacht auf. Ein musikalischer Theaterabend mit noch nie gehörten Fassungen von und um „Stille Nacht! Heilige Nacht!“ erwartet die Besucher.

 

Hippach: Wohnort der Sängerfamilie und Geschwister Strasser

Aus dem Ortsteil Laimach der kleinen Gemeinde Hippach im Zillertal stammte die Familie Strasser mit den vier Geschwistern Anna, Joseph, Amalia und Karolina. An Weihnachten 1831 hatte die Bauersfamilie aus dem Zillertal ihren Stand am Leipziger Weihnachtsmarkt, wo sie neben dem Verkauf von Waren auch Weihnachtslieder aus ihrer Heimat darbot, darunter „Stille Nacht! Heilige Nacht!“. Die Begeisterung war so groß, dass sie im Jänner 1832 zu einem Konzert ins Leipziger Gewandhaus gebeten wurden. Weihnachten 1832 folgte ein weiteres Konzert in Leipzig. Zwischen 1832 und 1834 veröffentlichte der Verleger A. R. Friese aus Dresden eine Sammlung von echten Tiroler Weihnachtsliedern, darunter „Stille Nacht! Heilige Nacht!“. Aufgrund ihrer Erfolge in Leipzig widmeten sich die Strassers fortan ausschließlich dem Gesang und zogen als reisende Sängergruppe, von ihren Verehrern liebevoll „Lerchen vom Zillertal“ genannt, durch Deutschland. 1835 wurde die Gruppe aufgelöst.

„Stille Nacht! Heilige Nacht!“ heute hier erleben:

  • Das Geburtshaus der Geschwister Strasser stammt aus dem 18. Jahrhundert und ist ein völlig aus Holz erbautes Zillertaler Bauernhaus mit rauchgeschwärzten Holzbalken, einer alten Stube mit Walzenofen, Butzenscheiben und Türbeschlägen. Das denkmalgeschützte „Strasser Häusl“ ist heute ein Museum und erzählt über das karge Leben der Zillertaler Bauern von einst, die das Lied „Stille Nacht! Heilige Nacht!“ in die Welt getragen haben.
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