Unterkunft im Zillertal finden?
Zimmer

Geschichten aus dem Naturpark

Spurensuche

Schatzsuche im Zillertal

Wer sich am Pfitscher Joch auf Spurensuche begibt, geht um 8.000 Jahre in der Zeit zurück. Archäologe Walter Leitner und Katharina Weiskopf, Naturparkbetreuerin im „Hochgebirgs-Naturpark Zillertaler Alpen“, entführen uns in eine faszinierende Welt. Und fördern wahre Schätze zutage.


Es sind Schritte in eine andere Zeit. Sie führen vom heutigen Schlegeis-Stausee durch die atemberaubende Landschaft des Naturparks hinauf zum Pfitscher Joch. Und direkt hinein in längst vergangene Jahre, in die man kaum noch einen Blick zu werfen vermag – es sei denn, man ist mit Walter Leitner unterwegs, jenem renommierten Archäologen, der sich nicht nur mit der Erforschung des Gletschermanns Ötzi international einen Namen gemacht hat. Er hat für den „Hochgebirgs-Naturpark Zillertaler Alpen“ diese Passage des Alpenhauptkamms unter die Forscherlupegenommen – und dabei Erstaunliches zutage gefördert, das uns auf dieser Wanderung die Augen öffnen soll.



Auf den Spuren der ersten Zillertaler

„Wir hatten schon lange vermutet, dass das Pfitscher Joch bereits in der Steinzeit von Jägern überschritten wurde“, nimmt er uns gleich auf den ersten Metern unserer außergewöhnlichen Wanderung erzählerisch an der Hand. „So sind nämlich“, sagt er, „fast alle Pässe des Alpenhauptkamms bereits vor gut 8.000 Jahren überquert worden. Der Mensch war stets neugierig und ist großen Tälern gefolgt.“ Wie eben dem Zillertal – bis in seine hintersten Winkel und auf seine höchsten Gipfel. Immer auf der Suche nach neuen Jagdrevieren, um genug Beute für den kargen Winter erlegen zu können.

„In diesem Gebiet konnten wir
zudem wunderschöne Werkzeuge aus Bergkristall
bergen.“

Walter Leitner

Und das Pfitscher Joch ist eine gute Fundregion, es bietet nämlich eine ganze Reihe sogenannter „indizieller Stellen“, wie es im Fachjargon heißt. Also Orte, an denen die Wahrscheinlichkeit sehr hoch ist, dass der Steinzeitmensch einst Lagerstätten errichtet hat und man heute Überreste findet. Leitner: „Das sind entweder leicht überhängende Felsen, die vor Witterung schützen, oder erhabene Stellen, die trockener sind und einen guten Überblick bieten.“ Außerdem die Ufer von Gletscherseen. An ihnen hat der Steinzeitmensch Beutetieren wie Steinbock und Gämse aufgelauert, die hier zur Tränke kamen. Nur logisch also, dass an derartig markanten Gegebenheiten die Wahrscheinlichkeit auf Funde heute am höchsten ist.


„Wie hier zum Beispiel!“ Leitner zeigt auf einen Felsen, der ein natürliches Dach bietet. An dieser Stelle wurde sein Team nur wenige Zentimeter unter der Grasnarbe fündig: Eine Kohleschicht und Werkzeuge aus Feuerstein wurden entdeckt. Und während der 68-Jährige weiter ausholt, fangen seine Augen zu leuchten an: „In diesem Gebiet konnten wir zudem wunderschöne Werkzeuge aus Bergkristall bergen.“ Was heute als Edelstein gilt, war auch schon vor vielen tausend Jahren außer gewöhnlich. „Um den Bergkristall als Pfeil spitze oder Messer nutzen zu können, musste man ihn nicht so intensiv bearbeiten wie etwa Feuerstein.“ Schließlich bildet die natürliche Form des Kristalls schon mehr oder weniger scharfe Kanten und Spitzen, erläutert der Experte. „Außerdem kommen Funde aus Bergkristall seltener vor als jene aus Feuerstein.“ Das bedeutet: Ein Jäger, dessen Pfeile Bergkristallspitzen hatten, stach hervor. „Wir gehen davon aus, dass ihm das auch einen besonderen gesellschaftlichen Status ver schaffte“, so Leitner.



Und: Dieser Jäger hatte außerdem einen Wert in Händen, den er handeln konnte – ein damals schon wichtiger Aspekt im Zusammenleben. Die Jägergruppen schacherten untereinander, wodurch Werkzeuge über hunderte Kilometer von einem Ort an den anderen gelangten. So hat man etwa Klingen aus diesem edlen Material am Gardasee gefunden und umgekehrt am Pfitscher Joch Spitzen aus so hochwertigem Feuerstein, wie er nur in den nördlichen Kalkalpen und im bayerischen Raum vorkommt. Durch die Funde am Pfitscher Joch konnte man mehr über die Lebensweise und die Jagdrouten der ersten Zillertaler in Erfahrung bringen. So galt etwa unser heutiger Wanderweg in der Steinzeitwelt als besonders wichtige Verbindung zwischen Süden und Norden. „Er stellte gegenüber anderen Wegen eine Abkürzung dar“, sagt Leitner. Und das wiederum bedeutet: Das Zillertal war schon vor nahezu 8.000 Jahren für die Menschen, die im Alpenraum siedelten, ein ganz besonderes Tal. Nicht nur für uns heute, die wir hier gerne prachtvolle Wanderungen unternehmen. Wie diese auf das Pfitscher Joch zum Beispiel.

Bild: Elias Holzknecht und A. Blaickner Text: Johannes Stühlinger
Zillertal Magazin Ausgabe Sommer 2020

 

Noch mehr Geschichten aus dem Zillertal

Übersicht Blog

Hier gibt es alle Geschichten aus dem Zillertal auf einem Blick

Mehr erfahren
Entdecke den Entdecker in dir!

Warum schwebt hier ein Wasserhahn in der Luft? Und wie kann ein Wasserrad bitte Mehl mahlen? Sarah, Florian und Louisa tauchten mit ihren Eltern in die faszinierende Welt des Themenwegs „Wasserwelt“ in Hintertux ein.

Mehr erfahren
Pulver & Paradies

Die schönsten Lines des Zillertals entdeckt man bei den Ride & Shoot Days mit Profi-Snowboarder Werni Stock und Fotograf Tom Klocker am Hintertuxer Gletscher. Das Abenteuer beginnt, wo die Pisten aufhören …

Mehr erfahren
Unser Graukäse als Star am Teller

Er ist das kulinarische Aushängeschild der Zillertaler Genusskultur. Also servieren wir: Dreierlei vom Graukäse als Augenschmaus und zum Nachkochen.

Mehr erfahren

Das Zillertal im Überblick

Zillertal
Das Zillertal

Willkommen im Zillertal! Wo Sonne, Schnee und Gastlichkeit zum Sinn des Lebens werden und die große Freiheit zum Loslassen verführt.

Mehr erfahren
Zillertal
Kulinarik & Genuss

Prämierte Traditionswirtshäuser, Haubenrestaurants, romantische Hütten oder stylische Bergrestaurants garantieren einzigartige Geschmackserlebnisse.

Mehr erfahren
Zillertal
Gastgeber & Hotels

Finde die passende Unterkunft für deinen perfekten Urlaub im Zillertal - vom gemütlichen Privatzimmer bis zum luxuriösen 5***** Hotel.

Mehr erfahren
Zillertal
Anreise

Das Zillertal liegt im Westen Österreichs und ist das breiteste südliche Seitental des Inntales. Komm sicher und komfortabel ins Zillertal.

Mehr erfahren

Der perfekte Begleiter für deinen Urlaub: Im Sommer und im Winter

Zillertaler Superskipass
Mehr erfahren
Zillertal Activcard
Mehr erfahren